Sprichwörter & Redewendungen

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Den Vogel abschießen
Bedeutung: Den Vogel abschießen – mit etwas erfolgreich sein, für Begeisterung sorgen, eine gute/die beste Leistung abgeben; im Negativen: erfolglos sein, etwas Peinliches tun, Unmut erregen Herkunft: Im Mittelalter entstand der Brauch des Vogelschießens, als die Männer einer Stadt zur Verteidigung dieser das Schießen üben mussten. Ende des 19. Jahrhunderts entstand die Variante für Kinder mit Luftgewehren oder Pfeil und Bogen. Dazu gilt es, einen aus mehreren Teilen bestehenden hölzernen Vogel von einer langen Stange herunterzuschießen. Wer den Vogel teilt […]

Etwas auf dem Kasten haben
Bedeutung: Etwas auf dem Kasten haben – besondere Fähigkeiten besitzen, klug/gebildet sein Herkunft: Eine mögliche Herkunft dieser Redensart könnte aus dem Mittelalter kommen, als der Brustkasten und der Kopf (Hirnkasten) als leere Hüllen gesehen wurden, die es zu füllen galt. War der Hirnkasten gefüllt, galt man als klug, wenn nicht, als dumm. Und eine weitere Erklärung besagt, dass die Redewendung sich entwickelte, als die Kinder früher keine Schulranzen wie heute, sondern Tornister aus Holz besaßen, auf deren Rückseite sich eine […]

Wie ein Phönix aus der Asche
Bedeutung: Wie ein Phönix aus der Asche steigen/auferstehen/(sich) erheben – sich nach einer Niederlage wieder aufraffen, sich nach einem schweren Schlag (unerwartet) wieder erholen, etwas verloren geglaubtes erscheint wieder in neuem Glanz Herkunft: Die Redewendung resultiert aus der Mythologie, die sich um den Vogel Phönix (von altägyptisch benu: „Der Wiedergeborene/Der neugeborene Sohn“; lateinisch phoenix) rankt. Das Fabelwesen gab es bereits in der ägyptischen Mythologie, in der Benu, zunächst in Form eines Reihers, alle paar hundert Jahre erscheint, in den ersten […]

Etwas unter den Tisch fallen lassen
Bedeutung: Etwas unter den Tisch fallen lassen – etwas verschweigen, etwas Unangenehmes nicht zur Sprache bringen, etwas unbeachtet/ungetan/unberücksichtigt lassen Herkunft: Früher ließ man Knochen und andere unverdauliche Speisereste einfach unter den Tisch fallen, worüber sich dann die Haustiere freuten. Dies wurde irgendwann sprichwörtlich auf „unverdauliche“, also unangenehme Themen übertragen. So liegt etwas auf dem Tisch, was offen ausgeprochen wird, während man anderes, unangenehmes gerne „unter den Tisch fallen lässt“, oder sogar verschleiert: unter den Teppich kehrt.

Kohldampf haben
Bedeutung: Kohldampf haben/schieben – großen Hunger haben, sehr hungrig sein, starken Appetit haben Herkunft: Diese Redewendung kommt aus dem Rotwelschen. Rotwelsch entwickelte sich früher aus mehreren Dialekten unter Gaunern und Landstreichern. Da standen die Worte Koll(er) und Dampf beide für „Hunger“, daraus entstand Kohldampf. Und aus scheffen, was sein oder machen heißt, wurde irgendwann schieben. Erst im 19. Jahrhundert hat sich diese Redensart in der Umgangssprache durchgesetzt. Es gibt noch einige andere Ausdrücke aus dieser Sprache, wie „Wache schieben“.

Hand und Fuß haben
Bedeutung: Hand und Fuß haben – etwas ist gut durchdacht, ein solides Vorhaben, etwas ist vertrauenswürdig Herkunft: Diese Redensart entwickelte sich im Mittelalter. Ein intakter Körper hieß volle Belastbarkeit und Tauglichkeit. In dieser Zeit bedeutete das Abhacken eines der Gliedmaßen eine Einschränkung, wurde sogar die rechte Hand und der linke Fuß entfernt, bedeutete das die komplette Hilflosigkeit für einen Mann: Er konnte weder ein Pferd besteigen noch ein Schwert führen. Dementsprechend war dies oftmals eine schwerwiegendere Strafe als beispielsweise die […]

Reinen Tisch machen
Bedeutung: Reinen Tisch machen – etwas richtigstellen, etwas zugeben, etwas aus der Welt schaffen, erledigen, die Wahrheit sagen, sich aussprechen, vertragen, ein Missverständnis aufklären, für klare Verhältnisse sorgen Herkunft: Die Entstehung dieser umgangssprachlichen Redewendung kommt von dem lateinischen Ausdruck tabula rasa („geglättete Tafel“, unbeschriebene Tafel – unbeschriebenes Blatt). Tabulae waren in der Antike Schreibtafeln, auf die man Zeichen ritzte. Da sie wachsüberzogen waren, konnte man sie nach leichtem Erwärmen oder Abziehen wieder zur tabula rasa machen, also in ein unbeschriebenes […]

Das Geld zum Fenster hinauswerfen
Bedeutung: Das Geld zum Fenster hinaus werfen – verschwenderisch mit Geld umgehen, Geld für unnütze Sachen ausgeben/vergeuden/verprassen Herkunft: Am alten Rathaus in Regensburg gibt es ein Fenster, in dem früher der Kaiser stand, um sich vom Volk auf dem heutigen Rathausplatz huldigen zu lassen. In diesem Rathaus fand 1663 bis 1806 der Immerwährende Reichstag statt und bezeichnete die Ständevertretung im Heiligen Römischen Reich. Von hier aus warf der Kaiser Münzen aus dem Fenster, für die Armen im Volk. Da es […]

Sich freuen wie ein Schneekönig
Bedeutung: Sich freuen wie ein Schneekönig – sich sehr über etwas freuen Herkunft: Die Entstehung dieser Redensart haben wir einem kleinen Singvogel zu verdanken – dem Zaunkönig -, der nicht wie alle anderen Vögel im Winter in den Süden zieht, sondern auch bei Eis und Kälte noch trällert, scheinbar, als freue er sich wie ein Schneekönig. Der Begriff Schneekönig kommt aus dem mitteldeutschen Raum.

Keinen Pfifferling wert sein
Bedeutung: Keinen Pfifferling wert sein – wertlos sein Herkunft: Der Pfifferling kommt in einigen Redewendungen vor. Keinen Pfifferling wert sein, auf etwas keinen Pfifferling geben, das kümmert mich einen Pfifferling! Früher kam der Speisepilz wohl in so großen Mengen vor, dass er so billig war, dass er schon fast wertlos war. Als Sinnbild des Wertlosen wird er schon seit dem 16. Jahrhundert gebraucht.